„Ich
wollte ja durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern“
Georg Elser und das Attentat
auf Hitler am 8. November 1939
Zur
Dokumentation
Am
8. November 2004 jährte sich das Attentat des Widerstandskämpfers Georg
Elser auf Adolf Hitler zum 65 Mal. Im Jahr 1939 hatte der Schreiner aus Königsbronn
versucht, Hitler bei einem Auftritt im Münchener Bürgerbräukeller mit
einer Bombe zu töten, um „noch größeres Blutvergießen zu
verhindern“. Elser wurde verhaftet und im April 1945 im KZ Dachau
ermordet.
Im
Mittelpunkt der öffentlichen Erinnerung bezüglich des Widerstandes gegen
das NS-Regime steht seit Jahrzehnten das Kulminationsdatum des 20. Juli
1944 und der an dem Attentat beteiligte Personenkreis um den
Wehrmachts-Offizier Von Stauffenberg. Die Beschäftigung mit dem
Widerstand im Alltag sowie die Dokumentation einzelner Widerstandsakte
sog. kleiner Leute wurde lange Zeit versäumt - von der Politik, von der
Wissenschaft und den Medien.
Dafür
gab es insbesondere in der deutschen Nachkriegsgesellschaft eine Menge Gründe.
Viele Deutsche sahen sich in der Opferrolle: von Hitler verführt und
betrogen. Den wenigen Widerständlern der späten elitär-konservativen
Opposition gegen Hitler, derer man zaghaft zu würdigen sich anschickte,
wurde bis in die 60er Jahre im öffentlichen Diskurs auch das Stigma des
Verrates angeheftet. Die Taten anderer Widerstandskämpfer wie die Georg
Elsers wurden verschwiegen oder verdrängt. Denn sich einzugestehen, dass
das Attentat in München viereinhalb Jahre vor Stauffenberg von einem schwäbischen
Handwerker geplant und durchgeführt worden war, hätte das deutsche
Selbstbild gehörig ins Wanken gebracht. Der Film beleuchtet den
Widerstandsakt Elsers und versucht, den Hintergründen und Motiven
nachzuspüren. Im Vordergrund steht dabei die Frage, was einen
„einfachen Mann“ damals bewog, sich trotz drohender Gefahren gegen das
Regime aufzulehnen und einen Tyrannenmord zu planen. Daneben wird
untersucht, warum die Einordnung Elsers in den Kreis der bedeutendsten
Widerstandskämpfer erst in den letzten Jahrzehnten; eine öffentlich
Ehrung des „wahren Antagonisten Hitlers“ (Joseph P. Stern) sogar erst
in den 90er Jahren möglich wurde.
Die 23minütige Video-Dokumentation „Georg Elser -
Ich wollte ja durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen
verhindern“ (BRD 2004) kann gegen eine Spende von 5 Euro in der JFE
Mahler20 bestellt werden. |