Gerron - ein Schicksal, Theresienstadt - eine tödliche Lüge

VideoTanzTheater gegen das Vergessen

finanziert durch und und und

Die bewegende, moderne 51-minütige Theaterproduktion erzählt die Geschichte des in der Weimarer Republik berühmten jüdischen Schauspielers, Regisseurs, Sängers und Kabarettisten Kurt Gerron. Die Video-AG "(L)Einwand" arbeitete gemeinsam mit der Tanzwerkstatt No Limit e.V. für dieses Projekt mit ca. 250 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von sechs bis 27 Jahren von November 2006 bis Juli 2007. Die Premiere des VideoTanzTheaters fand am 01.07.07 im FEZ Wuhlheide statt.

In den ersten Monaten des Projekts, setzten sich die acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Videogruppe „(L)Einwand“ mit der Person Kurt Gerron auseinander. Mittels Recherche in Literatur, Internet und Film versuchten sie, sich dem künstlerischen Wirken Gerrons, aber auch seiner tragischen Lebensgeschichte mit allen Widersprüchen, Zwängen, Ängsten und Zweifeln zu nähern. Parallel dazu begannen die Arbeiten der Tänzerinnen für das Tanztheaterstück über Gerron und sein Schicksal im Ghetto Theresienstadt. Innerhalb der Gruppe entbrannte eine Diskussion über die Motivation und den moralischen Konflikt Gerrons, also die fließenden Grenzen zwischen individueller Widerstandskraft und Komplizenschaft. Aus diesem Diskurs heraus entwickelten die sehr engagierten Videoschaffenden und Tänzerinnen zusammen die Ideen für das Stück. Anfang April reiste eine Gruppe nach Terezin, um die Arbeit am Stück zu intensivieren und die Dreharbeiten für das Bühnenbild zu realisieren. Ab dem Frühsommer Ž07 verschmolz dann die Videoinstallation Stück für Stück mit dem Tanztheater.

Die Aufführung zeigt hochmotivierte Akteurinnen und Akteure bei der Darstellung des fast vergessenen Schicksals Kurt Gerrons. Das interessante Video-Bühnenbild bildet für diese Lebensgeschichte die filmische Kulisse. Es verstärkt und erweitert visuell einzelne Handlungsstränge und Situationen des Tanztheaterstücks. Einfach sehenswert.

Kurt Gerron wurde u.a. bei der Uraufführung der „Dreigroschenoper“ 1928 mit dem Mackie-Messer-Song bekannt. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten als Jude diffamiert und gezwungen, seine Arbeit aufzugeben, flieht er nach Holland. Er wird jedoch von den Nazis gefangen genommen und 1943 ins Ghetto nach Theresienstadt deportiert. Dort baut Gerron ein eigenes Kabarett auf. Später zwingen ihn die Nazis, den Propagandafilm "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt" zu drehen. Nach Abschluss der Dreharbeiten wird er in Auschwitz ermordet.

Die nächsten Termine findest Du unter http://www.tanzwerkstatt-nolimit.de/