„Roger Loewig: Videoinstallationen zur Kunst des Erinnerns“
Ein Projekt von Andrea Scheuring und Rudolf Freundorfer in Kooperation mit dem Jugendförderverein Juventus e.V. Abschlusspräsentation am Mittwoch, den 11. März 2009 um 19.00 Uhrin der Jugendfreizeitstätte Mahler20,Mahlerstraße 20, 13088 Berlin-Weißensee
In diesem Kunst- und Dokumentationsprojekt haben sich zwölf Jugendliche mit dem Werk und der Lebensgeschichte des Berliner Malerpoeten Roger Loewig (1930-1997) auseinandergesetzt.
Loewig – Autodidakt im Schreiben, Malen und Zeichnen – wurde 1963 infolge seiner ersten Ausstellung wegen "staatsgefährdender Hetze" in der DDR verhaftet. Nach dem Loskauf durch die Bundesrepublik übersiedelte er 1971 nach West-Berlin. Loewig fühlte sich stets für die deutsche Geschichte mitverantwortlich. Er zeigte 1992 als erster deutscher Künstler Arbeiten im Staatlichen Museum Auschwitz.
In einem intensiv geführten Diskurs innerhalb der Projektgruppe entstanden zwischen September und Dezember 2008 Ideen für eigenständige künstlerische Videocollagen, die wichtige Motive der lyrischen wie bildnerischen Arbeiten Loewigs aufgreifen. Diese wurden von den Schüler/innen und Student/innen - sowohl als Protagonisten, aber auch hinter der Kamera – in Form einer Performance bzw. Animation in zwei multimedialen Videoinstallationen umgesetzt. „Während die eine Arbeit bewusst mit Loewigs Zeichnungen und bildnerischen Elementen spielt, setzt sich die andere vielmehr mit der Sprache als Ausdruck des Künstlers auseinander und findet eigene und freiere Bilder. Beiden Arbeiten eigen ist jedoch der ewige beschwerliche Weg als Sinnbild für die nie abzulegende Verantwortung sowie das Motiv niemals anzukommen. Das sysiphosähnliche Scheitern, immer wieder von vorne beginnen zu müssen, der steinige Weg an Zeit und Geschichte vorbei, schienen uns passend für die Darstellung“, interpretiert Teilnehmerin Rosa Friedrich (19). Die Dreharbeiten fanden unter anderem im Fläming statt. Die Kulturlandschaft im Südwesten Brandenburgs inspirierte Roger Loewig zu zahlreichen Arbeiten, gab ihm ein Gefühl von Heimat.
Parallel zur Arbeit an den Videoinstallationen führten die Jugendlichen Gespräche mit Kunsthistorikern und Wegbegleitern Loewigs. „ Das unglaublich anrührende, authentische Interview mit Wolfgang Woizick, der uns auf offene, bewegende Art und Weise das Wesen seines Freundes Roger Loewig, deren Beziehung und nicht zuletzt seine Situation und Gefühle näher gebracht hat, hat mich sehr berührt“, so Mariam Frick (19), eine andere Projektteilnehmerin. Alle Interviews fanden schlaglichtartig Eingang in ein Video-Kurzporträt des Künstlers, welches auf DVD dokumentiert wurde.
Die Ergebnisse des Projektes werden im Rahmen einer Lesung von Loewig-Texten und Gedichten präsentiert, die die Jugendlichen gemeinsam mit der Roger-Loewig-Gesellschaft vorbereiten. Andrea ScheuringTel.: +49 (030) 29 19 29 7Mail: A.Scheuring@t-online.de Zurück nach oben
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